Wir sind mittendrin in einem katastrophalen Verdummungsprozess
(Thomas Bernhard)

Ein symphonischer Campingkloß - Orchester-Suite nach Loriot

1.) kraweel, kraweel...!
2.) ohmonelasamitlosfettbrat
3.) Marsch der Kosakenzipfel


Uraufführung:

Jenaer Philharmoniker
Dirigent: Eckehard Stier


Werkkommentar:

Beim „symphonischen Campingkloß“ habe ich versucht, Loriots Arbeitstechnik, soweit ich sie nachvollziehen konnte, in eine Kompositionstechnik zu übertragen. Wer also erwartet, dass der Dirigent vom Podest fällt, ein Trompeter in eine Geige bläst oder jemand „Holleri di dudl jö“ singt, wird enttäuscht sein. Ich bin nicht Loriot und würde nicht einmal den Versuch wagen, ihm nachzueifern. Der „symphonische Campingkloß“ ist eine Komposition für ein Orchesterkonzert. Nicht mehr und nicht weniger. Ein Andenken an einen großen Wortakrobaten. Eine tiefe Verbeugung vor dem ernst- und gewissenhaft arbeitenden Humoristen Vicco von Bülow.
Allen Sätzen liegt in gewisser Weise ein imaginärer Sketch zugrunde, in denen Herrn Hoppenstedt und seiner Gattin irgendwann irgendwo irgendwas passiert. (Thema des ersten Satzes „kraweel, kraweel…!“ ist der Unterhaltungs- und Spaßfaktor, bei „ohmonelasamitlosfettbrat“ sind es die Wortspielereien und Wortverdrehungen und der „Marsch der Kosakenzipfel“ behandelt bei aller Komik und Leichtigkeit die Dramatik und Verzweiflung bei Loriots Figuren.) Obwohl ich beim Schreiben sehr genaue Vorstellungen hatte, möchte ich jedem Zuhörer die Freiheit lassen – nein, ich möchte sogar dazu auffordern, die Szenen selbst zu kreieren. Es wäre mir eine große Freude, wenn das Publikum beim Hören die Augen schließt, Familie Hoppenstedt beobachtet und grinst.


BaRock Concerto für Oboe, Streicher und Basso continuo

1.) Allegro
2.) Adagio
3.) Presto


Uraufführung:

Streichorchester
Oboe und Leitung: Manuel Munzlinger


Werkkommentar:

Immer wieder Fragen nach Musik, die ohne Beipackzettel zu konsumieren ist. Die man ohne Zusatzstudium und Gebrauchsanweisung spielen kann: „Schreib mal Musik, die rockt. Die einfach ist und fetzt, aber trotzdem abgehangen und cool klingt!“ Ich möchte diese Bedürfnisse ernst nehmen. Ernst nehmen dürfen. Ich möchte das Feld nicht den Trivialpäpsten überlassen, deren Primitivität uns die Tränen in die Ohren laufen lässt.
Ich will Spaßmusik! Musik, die die Mundwinkel an die Ohren tackert. *Grinse*-Musik, *Schmunzel*-Musik, *lol*-Musik. Ich will zeigen, was geht. Was auch geht. Albinoni konnte das, und Vivaldi. Die waren hier meine Vorbilder, bei denen ich abgemalt habe. Es ist auch ein Barockkonzert geworden, mit konsequentem Basso continuo. Nur der Rhythmus, die Harmonien und Melodien sind von der Musik beeinflusst, die wir alle (ob wir nun wollen, oder nicht) im tagtäglichen Beschallungsrummel in die Ganglien gepflanzt bekommen.
Ich hatte Spaß beim Schreiben, Üben und Proben! Ich wünsche herzlichen Spaß beim Hören!


Feuerstein-Suite (aus dem Leben eines Feuersteins) für Englischhorn, Streicher und Cembalo

1.) ???
2.) Schaukelatmung (Feuerstein schläft, träumt aber nix)
3.) Feuerstein träumt, schläft aber nicht


Uraufführung (2. Satz):

Streichorchester
Englischhorn und Leitung: Manuel Munzlinger


Werkkommentar:

Die Feuerstein-Suite trägt den Untertitel: „Aus dem Leben eines Feuersteins“ und ist dem Satiriker und Autor Herbert Feuerstein gewidmet. Die Musik beschreibt Situationen, die Feuerstein passieren und bewegen. Als wir uns einmal trafen, erzählte er mir, dass er nicht träumt. Er ahnte nicht, dass ich das nutze und für eine Komposition ausbeute. „Schaukelatmung (Feuerstein schläft, träumt aber nix)“ beschreibt einen mit ruhigen Atemzügen sanft schlummernden Feuerstein, dessen abstruse Gedankengänge in Form eines Englischhorns Gestalt annehmen - verbunden mit seinem innig klagenden Wunsch, dass ihm hoffentlich niemals der Nobelpreis verliehen wird.


Suite de Philharmonixx für Oboe, Fagott und Schlagzeug
Auftragswerk für Philharmonixx (Duisburger Philharmoniker)

1.) Trötixx
2.) Ganzphixx
3.) Übnixx
4.) Kruziphixx
5.) Kurzatmixx
6.) Torkelixx
7.) Hixx


Uraufführung:

Martin Schie - Oboe
Laszlo Kerekes - Fagott
Christoph Lamberty - Schlagzeug


Werkkommentar:

Der Kontakt zum Ensemble "Philharmonixx" kam über den Solo-Oboisten der Duisburger Philharmoniker Martin Schie, der mein Jazz Concerto für Oboe und Streicher in einem Konzert mit seinem Orchester spielte. Schon allein die Besetzung Oboe, Fagott und Schlagzeug fand ich ausgesprochen reizvoll. Dass dann noch von den Musikern etwas Witziges und Jazziges gewünscht wurde, war für mich eine spannende Herausforderung. Abgesehen vom Schlagzeug sind die zwei Blasinstrumente nicht unbedingt prädestiniert für ein Konzertstück mit Jazzelementen. Doch gerade das Fehlen von Harmonie-Instrumenten, wie Gitarre oder Klavier bietet interessante klangliche und rhythmische Möglichkeiten, die Zitate verschiedener Stilistiken des Jazz erlauben.
Die Suche nach geeigneten Satzbezeichnungen und nicht zuletzt der Name des Ensembles Philharmonixx war ein guter Grund, meine umfassende Sammlung von Asterix-Heften neu zu studieren, was ungeahnte Parallelen aufdeckte: "Ein von unbeugsamen Galliern besetztes Dorf hört nicht auf, den besetzenden Römern Widerstand zu leisten." Gerade als Komponist entwickelt man da sehr viel Sympathie für die Gallier. Wird doch auch das Dorf der Komponisten von Skeptikern belagert, derer wir uns erfolgreich zur Wehr setzen. Einer unserer häufigsten Sätze ist schließlich: "Die spinnen, die Kritiker!" Allerdings ist unser Dorf überfüllt mit Troubadixen: "Er selbst findet sich genial, alle anderen finden ihn unbeschreiblich." Dieses Phänomen ist uns durchaus bekannt. Doch solange wir beim Festmahl nicht geknebelt werden...


Presse:

Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung:

Amüsante Liaison
Einen besonderen Akzent erhielt der Abend durch die Uraufführung der eigens der Duisburger Truppe gewidmeten „Suite de Philharmonixx” des Oboisten und Komponisten Manuel Munzlinger, der dem Trio sieben Sätze maßgeschneidert in die Finger komponierte. Lockere, hoch virtuose Kopulationen klassischer Kompositionsstile mit Jazz-Einflüssen, die auf fantastische Titel wie „Übnixx” oder „Torkelixx” hören.

Dacapo (Internet Magazin):

Ganz ausgezeichnet klang die Uraufführung der „Suite de Philharmonixx“. Martin Schie, Laszlo Kerekes und Christoph Lamberty sind die „Philharmonixx“, denen Manuel Munzlinger seine Suite gewidmet hat. Manuel Munzlingers Musik hat Charme und Esprit, ist eingängig - aber keineswegs simpel. Da mögen zwar Titel wie „Übnixx“ als Satzüberschrift stehen, doch die Suite verlangt durchaus präzise und teilweise recht schnelle Tempi - bis auf das langsame, getragene „Kruziphixx“ - und ein Gefühl für komplexe Rhythmik. Die Reduktion auf das Wesentliche, die Beschränkung auf das Einfache war hier Inspiration für sieben Sätze, die teilweise an die Ragtimes von Scott Joplin, teilweise an die Verfremdungen von Jacques Lossier denken ließen. Es ist gerade die Kunst das Einfache so zu schreiben, dass es eingängig aber nicht simpel ist. Die „Suite de Philharmonixx“ spielt zudem mit Formeln aus dem Barock, versetzt diese lustvoll in die Jazz-Harmonik und betrachtet das Ganze mit einem leichten Augenzwinkern.


Sonata facile für Oboe, Violoncello und Cembalo
(Bearbeitung der Sonata facile C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart)

1.) Allegro
2.) Andante
3.) Rondo Allegretto


Uraufführung:

Manuel Munzlinger - Oboe
Ariane Spiegel - Violoncello
Christine Tschirge - Cembalo


Presse:

Fränkische Nachrichten:

Mit der jedem Hobbypianisten bekannten, sogenannten "Sonata facile" von Wolfgang Amadeus Mozart, die Manuel Munzlinger für das Trio bearbeitet hatte, verließ man ganz sachte den festen Boden anerkannten Kulturguts, wobei man sich jedoch vom originalen Notentext kaum entfernte, sondern den ursprünglichen Klaviersatz auf die drei Instrumente angemessen und mit interessanter Wirkung verteilte.

Main-Echo:

Die „Sonata facile“ in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, bearbeitet für Oboe, Cello und Cembalo von Manuel Munzlinger, brachten ein emotional starkes Andante, das aber keineswegs ins Sentimentale abglitt und insofern das Feeling des Arrangeurs besonders herausstellte.


Pop Concerto für Oboe, Cembalo und Streicher

1.) nach haus gegeht
2.) anrufen getut
3.) eingeschlaft


Australian Jazz Trio für 2 Oboen und Englischhorn

1.) Kangaroo Rag
2.) Koala Move
3.) Aussie Walk


Uraufführung:

Oboisten des Adelaide Symphony Orchestras


Jazz Concerto für Oboe und Streicher

1.) swinging vivace
2.) wrzngmpf
3.) comic tune
4.) steff's song
5.) rondo fluffy presto


Uraufführung:

Deutsche Streicherphilharmonie
Oboe: Manuel Munzlinger
Dirigent: Michael Sanderling


Werkkommentar:

Oboisten sind ja leider nicht mit einem üppigen Repertoire gesegnet. Und in der Sparte Jazz sind wir nicht existent. Schade eigentlich. Besonders, wenn man als Oboist ein Herz für diese Musik hat. Ich mag Jazz. Ich liebe die vertrakten Rhythmen, die farbige Harmonik und die pulsierende Kraft der treibenden Bassdrum. Jazz fetzt. Für meine Kammermusikprogramme hab ich mir ja schon mein Wunschrepertoire selbst zusammen gebastelt. Das wollte ich dann auch mal mit Orchester haben. Und so schrieb ich das Jazz Concerto für Oboe und Streicher. Ich lebte zu der Zeit in Australien und die Bekanntschaft mit Werken australischer und amerikanischer Komponisten, die sehr häufig mit Jazzelementen experimentieren, empfand ich als sehr inspirierend. Hinzu kam, dass ein paar eigene Rocksongs unveröffentlicht in meiner Schublade vor sich hin schimmelten, die ich endlich mal zu einem großen Ganzen verwursten wollte. Dass ich dabei den Text weglassen musste, ist nicht unbedingt zu bedauern.


Presse:

Radio Duisburg:

1 600 Besucher haben am Abend in der ausverkauften Mercatorhalle beim Neujahrskonzert der Duisburger Philharmoniker einen festlichen und stimmungsvollen Jahresauftakt gefeiert. Nach zwei Stunden gab es stehende Ovationen. Reife Früchte aus der Welt der Klassik hatte Chefdirigent Darlington versprochen - und die Musikfreunde wurden wahrlich nicht enttäuscht: Komponisten der witzigen, oft federleichten oder beschwingten Stücke waren Strauß, Weber oder auch der anwesende Manuel Munzlinger, der mit seinem Jazz Concerto für bisher unbekannte Neujahrstöne sorgte. Er wurde dafür genauso begeistert gefeiert wie die prächtigen Solisten aus den Reihen des Orchesters und ihr Chef.

Westdeutsche Allgemeine:

Ein Flirt mit dem Orchester
Vier Holzbläser der Philharmoniker waren bei dem Neujahrskonzert 2009 von ihrer solistischen Seite zu erleben. Dabei hatte jede Darbietung ihre besonderen Stärken, war geprägt von der Persönlichkeit des Solisten und der Komposition, die er spielte. Im Jazz-Concerto für Oboe und Streicher von Manuel Munzlinger gefiel Martin Schie besonders im Satz „Steff's Song”, den der Solo-Oboist mit vornehmer Eleganz gestaltete.

Rheinische Post:

Krachender Schwung
Ein besonderer Pluspunkt lag darin, dass vier erstklassige Holzbläser der Duisburger Philharmoniker als Solisten auftraten und eingängige und gelungene konzertante Werke präsentierten. Martin Schie brillierte mit dem spritzigen und perfekt für das Instrument geschriebenen „Jazz Concerto“ für Oboe und Streicher von dem anwesenden Oboisten und Komponisten Manuel Munzlinger.

Dacapo (Internet Magazin):

Das Concerto für Oboe und Streicher von Manuel Munzlinger, der höchstselbst im Saal anwesend war, sorgte für wahre Begeisterungsstürme. Das überaus frische, lebendige Werk verbindet klassischen Klang mit dem Jazz und Martin Schies Kadenz am Ende des letzten Satzes war atemberaubend.

Der Westallgäuer:

Vorbehalte gegenüber zeitgenössischer Musik waren hier völlig fehl am Platz. Wenn Prokowjef und Britten sich einer vergnüglichen Auseinandersetzung mit der klassischen Tradition hingeben konnten, dann ist das auch heute noch möglich. Und als ob das nicht schon genügen würde, präsentierte sich der Komponist zugleich als Oboenvirtuose, dessen technische Brillanz nur noch von seinem augenzwinkernden Humor übertroffen wurde.

Die Glocke:

Richtig spannend wird es mit dem Auftritt des phänomenalen Oboisten Manuel Munzlinger, der sein interessantes Jazz Concerto für Oboe und Streicher vorstellte. Die Streicher dürfen mal dahinschmelzen, mal ein Staccato-Feuerwerk entfachen, während der Solist mit einer unglaublichen Atemreserve, technischer Brillanz und verblüffend vielseitiger Tongebung auftrumpft. Die Zuhörer sind hingerissen und bejubeln diesen Solisten, der mit seiner schwarzen Lederhose und weißem Schlabberhemd ganz unkonventionell auftritt. Ein Nigel Kennedy der Oboe.

Neue Westfälische:

Für jazzige Akzente sorgte das Jazz Concerto für Oboe und Streicher, das von dem Berliner Manuel Munzlinger komponiert und vorgetragen wurde. Das Stück in fünf Sätzen überzeugte durch eine kreative Synthese von Jazz und Klassik und erweckte das Interesse des Auditoriums. Die Begleitung der Streicher, dominiert von den Kontrabässen, webte einen dichten Klangteppich für die solistischen Einlagen von Munzlingers Oboenspiel.

Westfalen-Blatt:

„Was heißt ’wrzngmpf’?“, fragten wir Manuel Munzlinger, den Solisten und Komponisten des Jazz Concerto für Oboe und Streicher. Er rückte partout mit der Lösung nicht heraus, spielte aber sein Konzert mit hoher Virtuosität, sehr selbstbewusst, schwungvoll und fein nuanciert, wobei sein Instrument zuweilen wie eine Hirten-Schalmei erklang, aber immer auch „jazzig“ wie beim „swinging vivace“. Temporeich auch die übrigen Sätze gekrönt von rhythmischen Steigerungen mit einem Wirbel von markanten und kichernden Tönen. Ein gewiefter, brillanter Musiker und Spaßvogel zugleich, der einer jüngsten Zuhörerin, die sich an der Rampe verirrt hatte, ein impulsives Solo widmete.

Westfälische Allgemeine:

Als hochkarätige solistische Ergänzung stand dann der als "Nigel Kennedy der Oboe" bekannte Oboist Manuel Munzlinger im Mittelpunkt. Mit der Eigenkomposition Jazz Concerto für Oboe und Streicher bot er einen zeitgenössischen Kontrast, der mit unterschiedlichsten Rhythmen und Anspielungen auf bekannte Melodien gewürzt war, geradezu genial ergänzt durch die Streicher. Besonderen Anklang fand dabei eine ausgedehnte Kadenz, in der Munzlinger nicht nur ungeahnte klangliche Möglichkeiten seines Instruments, sondern auch seinen eigenen Sinn für Humor und Selbstironie zum Ausdruck brachte.

Berliner Tagesspiegel:

…, ein musikalisches Crossover, das selbst die ältesten Besucher zum Fußwippen und Mitschnippsen bewegte. Der Berliner Komponist Manuel Munzlinger wiegte sich in weißer Jeans auf der Bühne und riss das Publikum mit seiner mal klassisch jubilierender, mal jaulenden Oboe mit, während sich das Orchester zur groovenden Big Band verwandelte.